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History – Die Geschicht der Siedlung Golzheim

Die Planung eines Ausstellungsparks in der „Golzheimer Heide“ in Düsseldorf begann in den 1920er Jahren.

Diese Idee erhielt neuen Schwung, als Düsseldorf 1930 zur Hauptstadt eines NSDAP-Gaus wurde.

Der damalige Gauleiter, Friedrich Karl Florian, entwickelte ambitionierte Pläne, um Düsseldorf zum Zentrum des Nationalsozialismus im Westen

Deutschlands zu machen, unter anderem durch die Schaffung eines Schlageterforums.

Dies führte zur Entstehung eines neuen Stadtviertels, das nach Albert Leo Schlageter benannt wurde.

Heute sind von diesen Planungen die Parkanlage des Nordparks, die südöstlich angrenzenden Mustersiedlungen und ein Teil der Kaiserswerther Straße erhalten.

Über sechs Millionen Menschen besuchten diese Orte, um die „neue deutsche“ Wohn-, Arbeits- und Kunstweise zu erleben.

1937

gegründet

4

Jahre Bauzeit

6

Millionen Besucher

Die Werbebroschüre zur „Großen Reichsausstellung Schaffendes Volk 1937“ verwendete idyllische Beschreibungen,

um die Vorstellungen einer nationalsozialistischen Volksgemeinschaft zu verklären.

Sie sprach von einem Platz um die Dorflinde als Sammelpunkt für eine ideale Feierabendgestaltung.

Die rund 6 Millionen Besucher konnten sich durch die Ausstellung ein Bild von dieser verklärten Darstellung machen.

Interessant ist der Wandel in der Benennung der Straßen in den Bereichen D-Golzheim und D-Stockum nach dem Zweiten Weltkrieg.

Vor 1945 trugen die Straßen die Namen treuer Anhänger und Märtyrer der Hitlerbewegung und der NSDAP.

Heute hingegen sind die Straßen fast ausschließlich nach zum Tode verurteilten und hingerichteten Offizieren, Amtsträgern,

Bürgern und Geistlichen benannt, was einen deutlichen Kontrast zu der früheren Namensgebung darstellt.

1940 sollte eine Statue in Düsseldorf eingeschmolzen werden, aber Székessy konnte sie von der Stadt zurückkaufen.

Die Straßen der Siedlung Golzheim sind nach Personen benannt, sowohl vor als auch nach 1945.

Vor 1945 ehrte man damit Märtyrer, Förderer und Idole des Dritten Reiches und seiner Vordenker in der Weimarer Republik.

Seit 1945 wurden die Namen dieser und vieler anderer Straßen in Düsseldorf geändert, um den Widerstandskämpfern Respekt zu zollen.

Die Schlageter-Siedlung (heute Siedlung Golzheim) und die D-Stockumer Wilhelm-Gustloff-Siedlung (heute Nordpark Siedlung)

wurden im Einklang mit den Richtlinien des „Gauheimstättenamtes“ im ländlich-dörflichen Stil erbaut.

Beide Siedlungen, die unter Ensembleschutz stehen, verfügen über einen Anger mit Zierbrunnen.

Auf der Golzheimer Heide wurde am 26. Mai 1923 der Freikorpskämpfer Albert Leo Schlageter hingerichtet,

der später zu einer Märtyrerfigur der Nationalsozialisten avancierte.

Die Nationalsozialisten planten zwischen dem Schlageterdenkmal und dem Golzheimer Friedhof ein gigantisches Gauforum.

Das Schlageterdenkmal wurde nach dem Krieg gesprengt und 1958 durch das Monumentaldenkmal Drei Nornen ersetzt.

Ausstellung Schaffendes Volk-Düsseldorf 1937

Um die kontrollierte Bebauung im 16 Hektar großen Plangebiet der Siedlung Golzheim zu gewährleisten,

sollen die bestehenden Regelungen beibehalten und teilweise verschärft werden.

Nur Wohnhäuser und „allgemeine Wohngebiete“ sind weiterhin zulässig, um das Ortsbild und die Ruhe nicht zu stören.

Die Vorschriften für Eingeschossigkeit und weiße Fassaden bleiben bestehen. Trotz bisheriger Regelungen gab es Verstöße,

wie planlosen Garagenbau und abweichende Baumaterialien.

Der neue Entwurf des Planungsamts zielt darauf ab, eine maximale Ausnutzung der Grundstücke und Freiflächen verbindlich zu definieren.

Nur zwei Wohneinheiten pro Einfamilienhaus sind erlaubt, mit nur einem Haupteingang.

Die Geometrie des Straßennetzes wird klar begrenzt. Die Anwohner begrüßen die Initiative, kritisieren jedoch die bisherige Genehmigungspraxis.

Die neue Satzung soll feste Kriterien beinhalten, um zukünftige Abweichungen zu vermeiden.

Der nächste Schritt ist die öffentliche Auslegung des Konzepts und die Prüfung der Vorschläge,

bevor der Stadtrat die Entwürfe beschließt. Der Plan wird mit der Veröffentlichung im Amtsblatt verbindlich.

Trotz bisheriger Regelungen gab es Verstöße, wie planlosen Garagenbau und abweichende Baumaterialien.

Der neue Entwurf des Planungsamts zielt darauf ab, eine maximale Ausnutzung der Grundstücke und Freiflächen verbindlich zu definieren.

Nur zwei Wohneinheiten pro Einfamilienhaus sind erlaubt, mit nur einem Haupteingang.

Die Geometrie des Straßennetzes wird klar begrenzt. Die Anwohner begrüßen die Initiative, kritisieren jedoch die bisherige Genehmigungspraxis.

Die neue Satzung soll feste Kriterien beinhalten, um zukünftige Abweichungen zu vermeiden.

Der nächste Schritt ist die öffentliche Auslegung des Konzepts und die Prüfung der Vorschläge, bevor der Stadtrat die Entwürfe beschließt.

Der Plan wird mit der Veröffentlichung im Amtsblatt verbindlich.

Die Wiederstandskämpfer für Düsseldorf

Albrecht-von-Hagen-Platz (vorm. Dietrich-Eckart-Platz)

Der Albrecht-von-Hagen-Platz, früher Dietrich-Eckart-Platz genannt, ist nach Albrecht von Hagen benannt.

Von Hagen, ein Jurist und Oberleutnant der Wehrmacht, wurde 1904 geboren und war am Attentat vom 20. Juli 1944 beteiligt.

Er wurde im August 1944 in Berlin hingerichtet. Dietrich Eckart, nach dem der Platz ursprünglich benannt war, war ein Publizist, der von 1868 bis 1923 lebte.

Er war seit 1920 Chefredakteur des „Völkischen Beobachters“ und ein Freund sowie Nachbar Adolf Hitlers in München.

Erwin-von-Witzleben-Strasse (vorm. Houston-Stewart-Chamberlain-Strasse)

Die Erwin-von-Witzleben-Straße, ehemals Houston-Stewart-Chamberlain-Straße, ist nach Generalfeldmarschall Erwin von Witzleben benannt.

Von Witzleben, geboren 1881 und hingerichtet 1944, war ein Beteiligter am Attentat vom 20. Juli 1944 gegen Hitler.

In der Haft erlitt er erniedrigende Behandlungen, darunter Demütigungen durch den Volksgerichtshofpräsidenten Freisler.

Ursprünglich trug die Straße den Namen von Houston Stewart Chamberlain, einem antisemitischen Schriftsteller und Antidemokraten,

der mit Eva Wagner, einer Tochter Richard Wagners, verheiratet war und ein Freund Adolf Hitlers war.

Robert-Bernadis-Strasse (vorm. Von-Scheubner-Richter-Strasse)

Die Robert-Bernadis-Straße, ehemals Von-Scheubner-Richter-Straße, ist nach dem österreichischen Oberstleutnant Robert Bernadis benannt.

Bernadis, geboren 1908, war ein Beteiligter am Attentat vom 20. Juli 1944 gegen Hitler und wurde im August 1944 in Berlin hingerichtet.

Ursprünglich war die Straße nach Max von Scheubner-Richter benannt, einem Diplomaten und frühen Führungsmitglied der NSDAP.

Die erste Ausgabe von Hitlers „Mein Kampf“ war ihm persönlich gewidmet. Scheubner-Richter lebte von 1884 bis 1923.

Franz-Juergens-Strasse (vorm. Ernst-Schwartz-Strasse)

Die Franz-Jürgens-Straße, früher Ernst-Schwartz-Straße genannt, ist nach Franz Jürgens benannt, einem Oberstleutnant der Düsseldorfer Schutzpolizei.

Jürgens, geboren 1895, wurde am 16. April 1945 als „Volksverräter“ erschossen,

weil er sich für die Einstellung der Kämpfe und die Übergabe Düsseldorfs an die US-Truppen eingesetzt hatte.

Ursprünglich war die Straße nach Ernst Schwartz benannt, einem Kunstmaler und SA-Truppführer, der 1899 geboren wurde

und 1932 angeblich von Kommunisten ermordet wurde.

Hermann-Weill-Strasse (vorm. Paul-de-Lagarde-Strasse)

Die Hermann-Weill-Straße, ehemals Paul-de-Lagarde-Straße, ist nach Hermann Weill benannt.

Weill, ein Kaufmann und Regimegegner, geboren 1924, wurde am 16. April 1945 als „Volksverräter“ erschossen,

weil er sich für die Einstellung der Kämpfe und die Übergabe Düsseldorfs an die US-Truppen einsetzte.

Zuvor war die Straße nach Paul de Lagarde benannt, einem modern-antisemitischen Philosophen,

der von 1827 bis 1891 lebte und sich für die Idee eines „Großgermanien“ einsetzte, das sich bis ans Schwarze Meer und den Bug erstrecken sollte.